Kalanchoe Pflege - Experten-Lexikon
Definition
Die Kalanchoe (auch Flammendes Käthchen oder Goethepflanze) ist eine sukkulente Pflanzengattung aus der Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae). Ursprünglich in Madagaskar und Afrika beheimatet, ist sie als pflegeleichte Zimmerpflanze mit dekorativen Blüten (meist rot, rosa, orange oder gelb) beliebt. Die Art Kalanchoe blossfeldiana dominiert den Handel.
Merkmale
- Wuchs: Kompakt, buschig, 20-40 cm hoch; fleischige, glatte Blätter (speichern Wasser).
- Blütezeit: Dezember bis Mai (durch künstliche Lichtsteuerung ganzjährig möglich).
- Lichtbedarf: Hell, aber keine pralle Mittagssonne (Risiko: Blattverbrennungen). Ost-/Westfenster ideal.
- Temperatur: 15-25°C; nicht unter 10°C (frostempfindlich).
- Wasserbedarf: Gering; Erde zwischen dem Gießen vollständig antrocknen lassen.
- Boden: Durchlässig (Kakteenerde + Perlite/Sand im Verhältnis 2:1). Staunässe vermeiden!
- Dünger: Alle 4-6 Wochen mit Sukkulentendünger (März-September); während der Blüte kaliumbetont.
- Giftigkeit: Leicht giftig für Haustiere (Erbrechen, Durchfall bei Aufnahme).
Profi-Tipps
Blüte fördern: Ab Oktober 6 Wochen lang Kurztagbehandlung (max. 9-10 Stunden Licht/Tag, z. B. mit Karton abdecken). Dunkle Phase ununterbrochen einhalten - selbst künstliches Licht stört! Nach 6 Wochen bilden sich Blütenknospen.
Vermehrung: Einfach durch Blattstecklinge oder Ableger. Blätter oder Triebspitzen 2-3 Tage antrocknen lassen, dann in Sukkulentenerde setzen. Wurzeln bilden sich nach 2-3 Wochen.
Umtopfen: Alle 2-3 Jahre im Frühjahr in einen nur leicht größeren Topf (zu viel Platz hemmt die Blüte). Alte Erde großzügig entfernen, faulige Wurzeln abschneiden.
Schnitt: Verblühte Triebe bodennah entfernen. Langgezogene Triebe im Frühsommer um 1/3 kürzen, um buschigen Wuchs zu fördern.
Häufige Fehler
1. Überwässerung:Symptome: Gelbe Blätter, weiche Stängel, Wurzelfäule. Lösung: Gießen erst bei komplett trockener Erde; Tontopf mit Drainageloch verwenden. Bei Fäule: Pflanze umtopfen, faulige Wurzeln entfernen, frische Erde verwenden.
2. Zu wenig Licht:Symptome: Lange, dünne Triebe ('Vergeilung'), ausbleibende Blüte. Lösung: Hellsten Standort wählen (ggf. Pflanzenlampe einsetzen). Nicht hinter Glasscheiben stellen (UV-Mangel).
3. Falsche Düngung:Symptome: Verbrannte Blattspitzen (Überdüngung) oder schwaches Wachstum (Nährstoffmangel). Lösung: Nur spezialisierten Sukkulentendünger verwenden; Dosierung halbieren. Im Winter (Ruhephase) nicht düngen.
4. Ignorieren der Ruhephase:Symptome: Keine Blüten im Folgejahr. Lösung: Nach der Blüte (Mai-Juni) 6-8 Wochen kühler stellen (15-18°C) und kaum gießen. Ab August wieder normal pflegen.
5. Schädlinge:Häufig: Woll-/Schildläuse (weißer Belag) oder Spinnmilben (gespinstartige Netze). Lösung: Befallene Stellen mit Alkohol-Wasser-Mischung (1:1) abtupfen; bei starkem Befall Neemöl oder systemische Insektizide einsetzen. Isolation der Pflanze!